Robo Advisor - die interessante Alternative zur üblichen Anlageberatung und Vermögensverwaltung für private Anleger

Autor: H.J. Hildebrandt  Lektorat: M. Hildebrandt, M. Grashauser

Indexfonds überzeugen durch günstige Verwaltungsgebühren und ein relativ überschaubares Risiko, da die Anlage über mehrere Titel gestreut ist. Auch Investoren, die sich nicht intensiv mit ihren Papieren beschäftigen möchten, finden im Indexfonds ein interessantes Finanzinstrument. Wenn dieser Indexfonds an der Börse gehandelt wird, spricht man von einem ETF (Exchange Trading Fund). Beispielsweise umfasst ein DAX-ETF die 30 DAX-Aktien in exakt den gleichen Anteilen wie der Deutsche Aktienindex DAX. Solche ETFs waren bis vor einigen Jahren noch beinahe gänzlich unbekannt. Erst die automatisierten Beratungs- und Anlageplattformen, Robo Advisor, genannt, haben im deutschsprachigen Raum dazu geführt, dass ETFs den Weg auch in die Depots von privaten Anlegern gefunden haben.

Performance ET32

  • Juni 2019 + 5,26%
  • Juli 2019 + 12,57%
  • August 2019 + 2,35%
  • September 2019 + 7,92%
  • Oktober 2019 + 6,93%
  • November 2019 + 1,07%
  • Dezember 2019 - 4,08%
  • Gesamt 2019 + 41,06%

Schon vor elf Jahren erkannte man in den USA, dass die zeitaufwändige Beratung von Anlegern mit kleineren Geldbeträgen auf ihren Konten unwirtschaftlich ist und diese daher oftmals von einer persönlichen Anlageberatung ausgeschlossen wurden. Die Folge waren die ersten digitalen Vermögensverwaltungen, bei denen auf Algorithmen basierte Systeme automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage geben und diese auch direkt an den Märkten ausführen, wenn dies vom Anleger gewünscht wird. Mit Betterment und Wealthfront kamen 2008 die ersten Robo Advisor auf den Markt. Anfangs von Bankern bestaunt und belächelt, doch schon nach kurzer Zeit als potentielle Gefahrenquelle für ihr Geschäftsmodell erkannt, versuchten die Banken und Aufsichtsbehörden nach Möglichkeiten zu suchen, die neuartigen Beratungsroboter als Finanzdienstleistung zu behindern oder gänzlich zu unterbinden. Mittlerweile hat sich die als Nischenprodukt gestartete automatisierte Vermögensverwaltung als echte Alternative am Anlegermarkt etabliert.

“Private Kleinanleger wurden oftmals von einer persönlichen Anlageberatung ausgeschlossen, weil diese als unwirtschaftlich angesehen wurde."

Liquides Kapital ist bekanntlich genug vorhanden. Das Sparvolumen der Kleinsparer ist so hoch wie nie zuvor. Das Beratungsangebot der Banken schrumpft seit Jahren. Und kleine Sparer werden in steigendem Masse kategorisch von kompetenter Anlageberatung ausgeschlossen, weil diese für die Banken unwirtschaftlich ist. Das Sparbuch ist zudem auch für die Banken immer noch eine lukrative Möglichkeit, liquides Kapital ohne nennenswerte Gegenleistung jederzeit zur Verfügung zu haben. Da verwundert es nicht, dass auf den Sparbüchern so viel Geld liegt wie nie zuvor. Ein weiterer Grund ist zweifellos auch, dass das Sparbuch sehr einfach zu verstehen und seit Generationen bekannt ist und keine weitergehenden Entscheidungen erfordert.

“Das Sparbuch bedeutet für die Banken eine jederzeit freie Liquidität, ohne hierfür eine nennenswerte Gegenleistung zu erbringen."

Obwohl auch nach elf Jahren der Anleger beinahe ausschließlich die Wahl zwischen unterschiedlichen ETFs hat und andere Anlageprodukte bisher nur sehr wenig angeboten werden, kommt diese für den Anleger sehr zeitsparende Beratung immer besser an und trotzt den Banken und Vermögensverwaltern steigende Marktanteile ab. Nicht jeder potentielle Sparer hat Zeit und Lust regelmäßig eine Bank auf zu suchen, sich ausgiebig beraten zu lassen und dann selbst Entscheidungen zu treffen. Exponentiell ansteigende Wachstumsraten lassen die Zielmarke von Experten bis zum Jahr 2022 in Höhe von 4 Billionen nicht unrealistisch erscheinen.

Zwischenzeitlich gibt es auch im deutschsprachigen Raum zahlreiche Robo Advisor mit unterschiedlicher Ausrichtung und Angebotsvielfalt, welche auch intensiv im Internet oder Fernsehen beworben werden. Das größte Manko der bisherigen Robo-Advisor-Anbieter ist zweifellos das sehr dünne Angebot der Anlageinstrumente. Bisher nutzen Robos primär Exchange Trade Funds, kurz ETFs genannt. Strukturierte Produkte, Aktien oder gar automatisierte Angebote für das Devisen- oder Rohstofftrading findet der interessierte Anleger nur selten. Sollte sich das Angebot erweitern, ist dennoch überdurchschnittliches Potential für diese Art der automatisierten Anlageberatung und Vermögensanlage gegeben.

Ein neuartiges Robo-Investment-Tool hat eine kleine Software-Schmiede in der Ost-Schweiz entwickelt und bietet dieses interessierten Anlegern schon ab 10.000 Euro und Franken seit Anfang 2019 zur Nutzung auf ihren eigenen Brokerkonten an. Ein vollautomatischer Trader, bestückt mit künstlicher Intelligenz und Text-Mining für zahlreiche Suchmaschinen, Newsforen und -plattformen, trifft selbständig auf dem eigenen Anlegerkonto Handelsentscheidungen und setzt diese ohne Einwirken des Anlegers in Trades auf 36 Devisenpaaren, Gold, Silber, Öl und einigen Indizes um. Das Handelsmodul ET32 beinhaltet 32 unterschiedliche Handelsstrategien und nutzt 20 selbstentwickelte Indikatoren für die Generierung von Trades mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von bisher über 80%. Selbstverständlich besteht ein Verlustrisiko wie auch bei den meisten anderen Börsenprodukten. Als Ergänzung für einen Teil des liquiden Kapitals eignet es sich dennoch auch für den privaten Anleger.

“Robo-Investment-Tool mit sehr breiter Produktpalette."

Die grundlegende Philosophie von ET32 ist, dass ein Handelssystem und ein einzelner Indikator allein niemals jede Marktphase korrekt erfassen kann. Dafür sind der Markt und die zahllosen Einwirkungen auf die Kurse viel zu komplex. Es ist daher wichtig, dass die verschiedenen Marktphasen und Einwirkungen von mehreren Handelssystemen zeitgleich analysiert werden. Und fortlaufend eine dynamische Anpassung an die aktuelle Marktsituationen und die Kursentwicklung erfolgt, ohne dass ein Mensch eingreifen muss oder die Entscheidungen beeinflusst. Es werden hier nur Fakten betrachtet und es entscheiden nicht die Emotionen. Elementar wichtig für den langfristigen Erfolg des Handelsmoduls ist zudem, dass dieses aus der Kursentwicklung und der Volatilität selbständig "lernt" und die zurückliegenden Erfahrungen aus selbst getroffenen Entscheidungen in alle zukünftigen Entscheidungen einbezieht. Dies sichert ET32 ein Alleinstellungsmerkmal unter zahllosen Handelssystemen und Robo Advisors.

"Das Handelsmodul ET32 lernt selbständig aus zurückliegenden Handelsentscheidungen"

Bisher nutzen hauptsächlich Kleinanleger das Modul. Jedoch sind schon konkrete Planungen vorhanden, einen Fonds für professionelle Anleger aufzulegen, der ausschließlich von der Künstlichen Intelligenz verwaltet wird. Die aktuellen Voraussetzungen sind ideal: Die Themen Künstliche Intelligenz und Robo Advisory bergen ein überdurchschnittliches Potential, das Niedrigzins-Niveau und das global auf Sparkonten herumliegende oftmals effektiv unverzinste Kapital schaffen zudem ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt. Die bisher erzielte Rendite des Handelsmoduls kann sich sehen lassen. Die bisherige Zunahme an erlernter Erfahrung vermindert das Verlustrisiko und führt zu einer ansteigenden Konstanz bei der Performance. Dies bestätigt die ansteigende Ratio von Gewinn- zu Verlusttrades der letzten 23 Monate.

"Mit zunehmender Lernerfahrung steigt das Verhältnis von Gewinn- zu Verlusttrades stetig an."